Wie im JJ-Journal 8/2002 schon von Diplom-Trainer Joe Thumfart berichtet wurde, sind beim Schnelligkeitstraining neue Aspekte in den Vordergrund gerückt. Neben der üblichen Steigerung der Maximalkraft, als einem der leistungslimitierenden Faktoren der Schnelligkeit, geht man heute von Zeitprogrammen und der Festigung dieser aus. Man muss diese Regulationsprozesse also verändern bzw. neu programmieren um schneller zu werden. Für den Wurfbereich bedeutet dies, dass maximal schnell und mit ganzem Einsatz trainiert werden sollte. Beim normalen Wurftraining auf die Weichbodenmatte ist es ein negativer Nebeneffekt, dass der Zug bei der Wurfbewegung nicht ganz durchgeführt werden kann, da der fallende Partner nicht die ganze Strecke zurücklegt. Die vorgestellte schiefe Ebene kann hierfür ein geeignetes Trainingsmittel darstellen (vgl. JJJ 8/02).
Ich möchte eine Form des schnellen Durchwerfens im Zusammenhang mit Handlungsketten aus einem Handlungskomplex vorstellen. Als Materialien werden nur JJ-Matten, zwei Weichbodenmatten und eventuell Kastenoberteile benötigt.
Die Athleten stehen auf der Standfläche, die mindestens die
Höhe der Weichbodenmatten haben muss, und werfen ihre Techniken durch. Jeder
Wurf soll aus einem günstigen Griff vorbereitet und durchgeführt werden. Man
sollte unbedingt mitgehen und maximal schnell werfen (Bild 1 – 6),
Griffsprengen, Sichel, Ausheben und Landung. Durch den Weg nach unten können
sich so schnellere Wurfbewegungen ergeben.
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| Bild 1 | Bild 2 | Bild 3 |
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| Bild 4 | Bild 5 | Bild 6 |
Da vor und hinter der Standfläche eine Weichbodenmatte
liegt, kann auch der Wurf nach hinten durchgeführt werden (Bild 7 – 10)
gleiche Ausgangssituation, große Innensichel und Landung. Kombinationen können
auf dieser Station ebenfalls optimal geübt werden. Befindet man sich in einer
gut ausgestatten Sporthalle, kann man vier Weichbodenmatten um die Standfläche
legen und so seinen Handlungskomplex maximal schnell durchführen.
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| Bild 7 | Bild 8 | Bild 9 |
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| Bild 10 | Podest | |
Auch eine schiefe Ebene ist schnell gebaut, wenn man die Standfläche mit einigen Matten schräg unterlegt.
Übungsanweisung:
Wurf nach vorne: 4 – 6mal schnell Werfen
Wurf nach hinten: 4 – 8mal schnell Werfen
Kombination: 4 – 8mal schnell Werfen
Die Anzahl der Würfe ist von der gewählten Technik abhängig. Sicheln können häufiger als zum Beispiel ein Ausheber durchgeführt werden.
Unbedingt genügend Pausen einplanen, wenn man ein Schnelligkeitstraining durchführen will.
Darsteller: C-Kader Athlet Luciano Pricci (German Open
Champion 2002) und
Sven Heckele, Fighting Jugendtrainer des Ju-Jutsu Clubs Mühlbachtal
Text und Fotos: Steffen Heckele