Methodik zu Atemitechniken – Teil 1

 

Liebe Leserinnen und Leser, nun möchten wir uns mit methodischen Aspekten zu Atemitechniken für die SV, die Komplexaufgaben und Freien Anwendungsformen sowie für den Wettkampfbereich beschäftigen.

 

Ziel dieser Beiträge soll sein, dass ein Bewusstsein über die Anforderungen an den Atemibereich im Wettkampf geschaffen bzw. gestärkt wird. Der einführende Beitrag soll zunächst auf die verschiedenen Distanzen hinweisen und eine Möglichkeit zur Überbrückung dieser dienen.

 

Ferner wird aufgezeigt, was bei Atemikombinationen im Wettkampf wichtig ist, nämlich eine deutliche, gut abgestimmte Präsentation der Technik. Die Atemitechnik, die Punkte erzielen soll muss dynamisch, kraftvoll und auf optimalem, „sichtbarem“ Weg vorgetragen werden.

 

Die Bronze-Medaillen Gewinner der WM 2002 in Uruguay, Sonja Kinz, demonstriert eine Möglichkeit, die Distanz zu Verkürzen und mit einem gegengleichen Fauststoß einen vollen Punkt (Ippon) zu erzielen.

 

Sonja steht in der rechten Auslage, genau wie ihre Partnerin, die Deutsche Doppelweltmeisterin Sabine Felser (Bild 1). Die ausgeführte Kombination ist vor allem in dieser geschlossenen Stellung sehr günstig. Sonja lässt sich nun dynamisch in einen Fauststoß mit der Führhand fallen, nicht mit dem Ziel zu treffen, sondern den Partner zu einer Bewegung nach hinten zu zwingen (Bild 2). Sobald die Partnerin nach hinten gleitet setzt Sonja mit einem weiteren Fauststoß der Führhand nach und trifft Sabine oberhalb der Brust (Bild 3). Anschließend führt Sonja noch die Haupttechnik, den seitverkehrten Fauststoß mit der Schlaghand zum Körper aus und kann so einen Ippon erzielen (Bild 4). Nach dem erfolgreichen durchführen der Kombination ist es nun sehr wichtig sich aus der Distanz und der Reichweite des Partners heraus zu bewegen und wieder eine sichere Kampfstellung einzunehmen (Bild 5).

 

Bild 1 Bild 2 Bild 3
Bild 4 Bild 5

Die Kombination sollte zuerst sehr langsam mit dem Partner geübt werden, um das Distanzgefühl zu entwickeln und ständig zu verbessern. Ziel solcher Kombinationen ist es, seine Reichweite optimal auszunutzen und erfolgreich im Leichtkontaktwettkampf zu punkten.

 

In der nächsten Ausgabe werden wir uns weiter mit methodischen Grundlagen für Fausttechniken beschäftigen. Andre Hötzel, Doppeleuropameister 2001 & 2003 und Vizeweltmeister 2002 wird eine Kombination auf dieser aufbauend vorstellen.

 

Literatur ist beim Autor zu erfragen.

 

Text: Steffen Heckele

 

Fotos: Holger Heubeck

 

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