Methodik zu Atemitechniken – Teil 2
Der Vizeweltmeister 2002 und Doppeleuropameister 2001 & 2003, André Hötzel setzt die Beiträge über Atemikombinationen und Prinzipien fort. André demonstriert eine Möglichkeit, aufbauend auf der Kombination von Sonja Kinz, wie die Distanz verkürzt wird und mit einem Handinnenkantenschlag ein voller Punkt (Ippon) erzielt wird, oder man seinen Partner mit einer geraden Führhandtechnik auf Distanz halten kann.
Eine Kombination, die mit einer Führhandtechnik abschließt wird vom Autor eine Kombination nach dem 3er Prinzip benannt, da die Führhand die Kombination eröffnet, von einer Schlaghandtechnik gefolgt wird und eben wieder mit der Führhand abschließt. Nicht die Anzahl der Techniken ist ausschlaggebend, sondern der wechselhafte Einsatz der Führhand und Schlaghand. Bei der Eröffnung der Kombination kann die Führhand mehrmals geschlagen werden, und es handelt sich dann immer noch um das 3er Prinzip.
Im letzten Beitrag hat Sonja Kinz das 2er Prinzip vorgestellt. Unterschied ist nur, dass die Kombination mit einer Technik der Schlaghand endet. Dabei ist die Anzahl der Techniken mit der Führhand wiederum unerheblich! Die Abschlusstechnik muss jedoch immer die Schlaghand sein! In den folgenden Ausgaben des Ju-Jutsu Journals wird gezielt auf diese „neuen Prinzipien“ der Atemikombinationen im Leichtkontaktwettkampf eingegangen.
Kombination nach dem 3er Prinzip mit Fausttechniken:
André steht in der rechten Auslage, genau wie seine Partnerin, die Deutsche Doppelweltmeisterin und dreifache Europameisterin Sabine Felser (Bild 1). Die vorgestellte Kombination ist vor allem in dieser geschlossenen Stellung sehr günstig. André lässt sich nun dynamisch in einen Fauststoß mit der Führhand fallen, nicht mit dem Ziel zu treffen, sondern den Partner zu einer Bewegung nach hinten zu zwingen (Bild 2). Sobald Sabine nach hinten gleitet setzt André mit einem weiteren Fauststoß der Führhand nach und trifft Sabine oberhalb der Brust (Bild 3). Jetzt folgt ein seitverkehrten Fauststoß mit der Schlaghand zum Körper (Bild 4). Die Kombination ist bis hier so schnell durchgeführt worden, dass mit dem seitverkehrten Fauststoß nicht unbedingt ein Ippon erzielt werden muss. Erste Möglichkeit für eine Folgetechnik mit der Führhand ist der Handinnenkantenschlag, eine Spezialtechnik von André (Bild 5). Wenn die Technik erfolgreich trifft, wird sich André wieder aus der Schlagdistanz lösen und seine Kampfstellung neu einnehmen (Bild 6). Eine weitere Möglichkeit wäre, die abschließende Technik mit der Führhand als geraden Fauststoß zum Oberkörper durchzuführen um die Distanz aktiv zu verlassen, da der Partner so weggedrückt werden kann ( Bild 7). Als sehr erfolgreich erwiesen hat sich die Technik mit der Führhand, als Technik von oben nach schräg unten gestoßen, um einen sehr eng stehenden Partner weg zuschieben (Bild 8). Diese Form der Führhand wurde sehr erfolgreich vom Bundeslehrreferenten und Worldgames Sieger 1997 sowie Weltmeister 1998 Jörn Meiners durchgeführt.
Nach dem erfolgreichen durchführen jeder Kombinationsmöglichkeit ist es sehr wichtig sich aus der Distanz und der Reichweite des Partners heraus zu bewegen und wieder eine sichere Kampfstellung einzunehmen (Bild 6).
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| Bild 1 | Bild 2 |
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| Bild 3 | Bild 4 |
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| Bild 5 | Bild 6 |
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| Bild 7 | Bild 8 |
In der nächsten Ausgabe werden wir uns mit Trainingsformen für Fausttechniken beschäftigen.
Literatur ist beim Autor zu erfragen.
Text: Steffen Heckele
Fotos: Holger Heubeck